In meiner künstlerischen Praxis begreife ich
Orte und Landschaften als Archive, in denen die resonanten Beziehungen zwischen Körper, Raum, Geschichte und Erinnerung gespeichert sind. Meine raumgreifenden Installationen fungieren als Architekturen der Absenz, die das Unsichtbare, aber dennoch Spürbare erfahrbar machen.
Im Zentrum meiner Arbeit steht das Aufspüren, Befragen und Sichtbarmachen unsichtbarer Topografien der Gewalt im Kontext von Trauma und Verdrängung. So interessiert mich vor allem das, was nicht gezeigt oder nicht erzählt wurde, das Verschobene, Fragmenthafte und Fehlende. In meinen künstlerischen Prozessen verknüpfe ich performative, körperlich-situierte Erfahrung mit archivarischer und historischer Recherche, um die Spannung zwischen Faktizität und subjektiver Wahrnehmung produktiv zu machen. Dabei geht es auch um die Erforschung von Ambiguität in der individuellen und kollektiven Erinnerung.
Julia Dorninger
lebt und arbeitet in Wien und Bad Leonfelden (OÖ).
Projekte mit Fokus auf situativer Raumproduktion, performativer Wissensgenerierung und kritischer Analyse urbaner und landschaftlicher Räume im Spannungsfeld von Macht, Gewalt, Trauma und Erinnerung.
Seit 2023 beschäftigt sich Julia Dorninger mit privaten Familienarchiven. Ihre künstlerische Arbeit versteht sie dabei als Dekonstruktion, Transformierung und Neukontextualisierung der überlieferten Räume, Objekte, Bilder und Erzählungen. Seit 2022 untersucht die Künstlerin in ihrem Projekt „(Re)mapping the border“, welchen Beitrag künstlerische Prozesse und die damit verbundene Generierung von verkörpertem Raumwissen in Hinblick auf die Auseinandersetzung und den Umgang mit Grenzräumen leisten kann.
Julia Dorningers Arbeiten wurden 2024 für den Erich Grabner Preis für künstlerische Grafik, 2022 für den Schiele Award und 2017 für den Christian Doppler Kunstpreis nominiert. Zudem ist sie Finalistin des Superscape, Innovationspreis für visionäre Architekturprojekte (2018).
Ihre Arbeiten sind Teil der Fotosammlung des Bundes, der Sammlung der Stadt Attnang -Puchheim, OÖ und einiger Privatsammlungen im In- und Ausland.
Ihre Arbeiten waren ua. im Künstlerhaus, Wien, in der Galerie Hollar, Prag, im museumkrems, NÖ, im Kunstforum Montafon, Vbg, in der MAERZ Galerie, Linz, in der Galerie Schloss Puchheim, OÖ, in der Stadtgalerie Waidhofen, NÖ, im Atelier Augarten, Wien, im 21er Haus, Wien, in der Galerie 3, Klagenfurt und im Leopoldmuseum, Wien zu sehen.
Zu ihren Einzelausstellungen aus jüngster Zeit zählen ua. Self (mit Claudia Dorninger-Lehner) I Foto Wien (2025), Achtung Staatsgrenze I Galerie im OÖ Kulturquartier, Linz (2025), (Re)mapping the border I MAERZ Galerie, Linz (2023), Orte verstehen I The Big Draw Festival, Wien (2021), Das Konstrukt Landschaft (mit Claudia Dorninger-Lehner) I Foto Wien (2021).
Julia Dorninger ist Gründerin und Kuratorin der Projektreihe Wissenschaf(f)t Kunst (www.wissenschafft-kunst.com), gemeinsam mit Gabriele Baumgartner und hat zahlreiche Ausstellungen konzipiert und realisiert. Ihre Tätigkeiten im Bereich der Lehre, u.a. an der PH Baden, NÖ (2020-2024) und der Architekturvermittlung versteht sie als Erweiterung der eigenen künstlerisch-forschenden Praxis.
Studium der Architektur an der TU Wien und an der ENSAPLV Paris (Diplom 2001), Zeichnerische Studien an der Akademie der bildenden Künste Wien ua. bei Josef Mikl Meisterschule für Naturstudien und an der ENSBA Paris, Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg, Gerhard Rühm (1999) und Jacobo Borges (2000, Stipendium).
Artist Talk im Rahmen der Ausstellung SELF, Foto Wien 2025
Reinhard Reidinger, Künstler und Kurator im Gespräch mit den Künstlerinnen
Eine transdisziplinäre Projektreihe von Gabriele Baumgartner und Julia Dorninger
© Julia Dorninger, 2026