performative Zeichnung, Fotografie, Fotobuch, AR App Artivive
mit Claudia Dorninger-Lehner
Die Geschwister Claudia Dorninger-Lehner und Julia Dorninger erforschen in ihrem Projekt Wald kartografieren den Wald als ephemeren, sich ständig verändernden Raum, als Speicher für Geschichte und Erinnerung. Unterwegs sind die beiden in den Landschaften des UNESCO Biosphärenparks Wienerwald. Dieser steht heute für Erholung und Artenschutz, ist aber auch geprägt von einer dunklen Vergangenheit: In Hirtenberg zum Beispiel befanden sich ein Außenlager des KZ Mauthausen und eine Munitionsfabrik, deren Überreste heute noch sichtbar sind. Über künstlerische situative Handlungsprozesse eröffnen sich den Künstlerinnen neue Bedeutungsschichten, die sie über Zeichnung, Fotografie und Performance sichtbar machen.
Das Projekt basiert auf relationalen Raumtheorien und dem Atmosphärenbegriff von Gernot Böhme, wonach Raum als über das Verhältnis zwischen Mensch und Umgebung konstituiert verstanden wird. Auf gemeinsamen Wanderungen entstehen Arbeiten, die vor Ort entwickelt, im Atelier arrangiert und zu finalen Kunstwerken verdichtet werden, die sowohl Spuren leiblicher Erfahrung als auch eigenständige raumkonstituierende Strukturen darstellen.
Wald kartografieren, 2022
Tusche auf Papier, Dimensionen variabel
„Die Atmosphäre ist die gemeinsame Wirklichkeit des Wahrnehmenden und des Wahrgenommenen. Sie ist die Wirklichkeit des Wahrgenommenen als Sphäre seiner Anwesenheit und die Wirklichkeit des Wahrnehmenden, insofern er, die Atmosphäre spürend, in bestimmter Weise leiblich anwesend ist.“ (Gernot Böhme, 1995)
Wald kartografieren, 2022
Ausstellungsansichten Artivive, Wien, 2022
Julia Dorninger, Claudia Dorninger-Lehner
Wald kartografieren, 2022
Tusche auf Papier, Fotografie auf Fine Art Papier 310 gr, AR Arbeit, App: Artivive
je 59,4 x 42 cm
© Julia Dorninger, 2026