Zeichnung, Fotografie, Installation
Das Projekt Biografien des Verschwindens ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit den sichtbaren und unsichtbaren Spuren des ehemaligen "Eisernen Vorhangs", einer Grenze, die Europa jahrzehntelang politisch, sozial und ökologisch prägte. Obwohl diese Grenze formal nicht mehr existiert, wirkt sie dennoch nach. Das "Post-Syndrom" des "Eisernen Vorhangs" ist jedoch nicht nur im kulturellen Gedächtnis oder in gesellschaftlichen Strukturen spürbar, es prägt auch die Landschaft selbst.
In den Grenzlandschaften überlagern sich verschiedene gegensätzliche Aspekte, die auf die Komplexität und Widersprüchlichkeit der Realität von Grenzen verweisen, eine Todeszone wurde zum Lebensraum: Auch wenn die Grenzanlagen weitgehend entfernt wurden, sind Spuren und Wunden in der Topografie oft noch sichtbar. Ehemalige Wachtürme, Schneisen in Wäldern, Fundamente und verrostete Gebrauchsgegenstände werden zu stillen Zeugen. Die Grenzräume wurden aber auch zu Lebensräumen, das "Grüne Band", Rückzugsraum vieler seltener Tier- und Pflanzenarten, ist heute das größte Biotopverbundsystem Europas.
Das Projekt decodiert die Biografien dieser Landschaften, die als Trägerinnen von Geschichte und Erinnerung fungieren, obwohl die Grenze physisch schon längst fast verschwunden ist.
Recherchefotos Guglwald, Přírodní park Vyšebrodsko, Kapličky
Achtung Staatsgrenze, 2025
Ausstellungsansichten Galerie im OÖ Kulturquartier, Linz, 2025
Achtung Staatsgrenze, 2025
Installation aus 9 Objekten, Monotypie auf Papier, Holz, Gummi, je 40 x 40 x 95 cm
Ausstellungsansichten Galerie im OÖ Kulturquartier, Linz, 2025
Foto unten: Katharina Acht
Die traumatisierte Landschaft, 2024
Monotypie, Aquarell, Acryltinte, Buntstift auf Papier, 29,7 x 42 cm
Die traumatisierte Landschaft, 2024
Monotypie, Aquarell, Acryltinte, Buntstift auf Papier, 50 x 65 cm
Verschwundene Häuser, 2025
Aquarell und Inkjetdruck auf Papier, je 8 x 6 x 6 cm
Ausstellungsansicht Galerie im OÖ Kulturquartier, Linz, 2025
Foto: Katharina Acht
Fluchtversuch, 2024
Aquarell, Grafit, Buntstift auf Papier, 100 x 150 cm
Die traumatisierte Landschaft, 2024
Aquarell, Acryltinte, Buntstift auf Papier, 150 x 215 cm
Die traumatisierte Landschaft, 2025
Acryl, Aquarellstift auf Acrylglas, je 30 x 40 cm
© Julia Dorninger, 2026