Reading landscapes, 2019

Ausstellungsansichten, Künstlerhaus, Wien

Reading landscapes thematisiert digitale und konkrete Wissensräume. Das Buch stellt einen abgeschlossenen Informationsraum dar (ein Buch hat einen Anfang und ein Ende) während im Zeitalter der Digitalisierung Wissensräume unendlich sind (man kann durch einen Mausklick die Informationsaufnahme nicht beenden, sondern nur unterbrechen). Über sich scheinbar immer wieder selbst generierende freie (Daten)bahnen, die Wissensräume definieren, wird eine Struktur hergestellt, die in ihrer Gesamtheit für die unendliche Weite des Digitalen steht. In diese wird konkretes Wissen, also die Bücher, implementiert.

 

 

 

Reading landscapes bietet keinen programmatischen Aufbau, sondern folgt der situativen Dynamik innerhalb der Ausstellung. Über ihre variablen Dimensionen reflektiert sie die Größe des Wissens, das sich im Zuge der Anzahl der beteiligten KünstlerInnen ergibt, sie kann wachsen oder auch schrumpfen und ist so Metapher für die kollektive Wissenskonstruktion.

 

 

 

Reading landscapes nimmt seinen formalen Ursprung in der Grundsrissgenealogie der Staatsbibliothek von Hans Scharoun in Berlin. Diese gilt bis heute als ein Gebäude für den freien Geist und kann über die Offenheit der Raumkomposition dem organischen Bauen zugerechnet werden. Das Gebäude folgt keinen geradlinigen Achsen, sondern wurde von innen nach außen entwickelt und mit all seinen Wegen wie eine Landschaft inszeniert.

 

 

 

Text: Julia Dorninger, Februar 2019

 

Modellansichten