Zur situativen Raumproduktion zwischen künstlerischer Praxis und theoretischer Modellbildung

Paradigmatische Entwurfsmethoden und Raumkonzepte beeinflussen soziale Konstellationen, determinieren Handlungsmöglichkeiten und schränken die Performanz ein. Es gilt, nach neuen Parametern zu suchen, die im Entwurfsprozess bzw. in der Raumproduktion zu unerwarteten Ergebnissen führen können. Dazu wird Raum nicht als eine abgeschlossene Entität angesehen sondern als fortwährender Prozess betrachtet. Raum wird als kontinuierlich produziert, nie als abgeschlossen aufgefasst; seine Struktur durch neue Methoden situativ entwickelt und optimiert, eine Zugangsweise, die non-linear und prozessorientiert verläuft.

 

Es werden wissenschaftlich-theoretische Überlegungen und künstlerisch-praktische Prozesse miteinander verschränkt und immer wieder unterschiedlich miteinander kombiniert. Dieses Oszillieren zwischen theoretischer Auseinandersetzung und künstlerischem Handeln ist der Weg zu projektspezifischen Methodologien. Über den künstlerischen Prozess des Zeichnens in experimentellen Versuchsanordnungen oder empirischen Einzeluntersuchungen können Erkenntnisse gewonnen werden, die in theoretische Bereiche transferiert bzw. mit Feldern der Architekturtheorie oder Sozialwissenschaften kontextualisiert und theoretisch weiter ausgebaut werden können.