ongoing

Mit diesem laufend investigativen Projekt sollen die zentralen Funktionsmechanismen visueller Kommunikation in den Medien hinterfragt werden. Diese geben eine sehr schnelle Rezeption vor. Der Betrachter wird durch starke Signale, durch visuell einfach erfassbare, plakative, farbige Bilder ‚eingefangen‘, wobei diese spezifisch ausgerichteten Informationen keine Reflexionsangebote und -möglichkeiten bieten. Der Mediennutzer wird mit gezielten Botschaften konditioniert. Doch gerade durch diese Konditionierung kann der Konsument beginnen, sich emotional zu distanzieren. Wie stark muss ein Bild sein, damit es uns noch berührt?

 

Die Gegenwart birgt eine enorme Bilderflut, mit der wir tagtäglich konfrontiert werden. Zudem können wir Bildinhalte in Sekunden digital verändern. In meinen Arbeiten reagiere ich auf die Bilderflut der Gegenwart und hinterfrage deren Auswirkungen auf die Wahrnehmung. Die Bildproduktion des Alltags beinhaltet die Gefahr, Erlebtes, Gesehenes, Konsumiertes nicht mehr weiter verarbeiten zu können, die Überinformation kann oft zu Desensibilisierung führen.

Zu Beginn meiner Arbeiten sammle ich Bildmaterial, das ich in den Headern großer Tageszeitungen finde.  Im Zentrum meiner Recherchen und kontextuellen Untersuchungen stehen das Bild im sozialräumlichen Kontext in gesellschaftlicher Funktion bzw. die Formulierung von (neuen) Identitäten .

 



traces 2017

traces, Installationsansicht,  2017

Bleistift auf Wand I C-Print auf Alu, 30 x 30 cm

 


distance 2017

distance, Installationsansicht,  2017

Bleistift auf Wand I C-Print auf Alu, 30 x 30 cm

 

Mit diesen in-situ Wandarbeiten hinterfrage ich die Distanz zu medialen Bildern ebenso wie die Reproduzierbarkeit dieser, in dem ich –konträr dazu- das Bild an einen spezifischen Ort binde. Über die Digitalisierung des Bildes werden die Grenzen zwischen privat und öffentlich zunehmend aufgehoben, daher entschied ich mich, eine der Wandarbeiten bewusst im geschützten Bereich des Ateliers zu realisieren und während der Dauer der Ausstellung nur das fotografische Abbild der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 


behind 2017

Aus der Serie behind,  2017

C-Print, 30 x 40 cm

 

In meinen Fotoarbeiten setzte ich die Arbeiten aus der Serie The 20 Anonymous zu meinem eigenen Körper in Bezug. Im Arbeitsprozess fange ich an, eine emotionale Nähe zu diesen doch eigentlich fremden Menschen aufzubauen, gleichzeitig hinterfrage ich diese. Über das Herauslösen aus dem medialen Kontext und das Projizieren auf meinen persönlichen Lebensalltag entsteht einerseits eine emotionale Nähe, andererseits auch eine Unnahbarkeit, die verstört.

 


approach 2017

Aus der Serie approach,  2017

C-Print und Acryllack auf PVC-Folie, 30 x 40 cm

 



welcome home 2011

welcome home Installationsansicht, Entwurf, 2011

C-Print auf Acrylglas, 60 x 80 cm I Fototapete

 


anonymous object, limitierte Auflage von 50 Stück, 2011

C-Print auf Stoff auf Transparentpapier, Nähseide, 21 x 15 cm

 


anonymous objects 2011

anonymous object,  2011

C-Print auf Stoff, Künstlerkatalog, 20 x 30 cm

 

Mit diesen Arbeiten löse ich Medienbilder komplett aus ihrem ursprünglichen Kontext, aus den zuvor abstrahierten Porträts werden Muster und Ornamente generiert, die die Grenze vom Konzeptionellen zum Dekorativen hin möglicherweise überschreiten.

 


more anonymous 2011

more anonymous, 2011

Acryllack, Buntstift auf Papier, 42 x 29,7 cm I C-Print, 42 x 29,7 cm

 

Im Prozess der Entfremdung und Abstrahierung beginne ich, unterschiedliche Bilder zu neuen Bildkompositionen zusammenzufügen. In diesen Arbeiten bin ich an Schichtung interessiert. Über den Einsatz verschiedener Medien und deren Überlagerung, versuche ich, Zeit- und Wahrnehmungsräume aufzuheben. Zwei voneinander unabhängige Ereignisse werden so in eine neue Beziehung zueinander gesetzt, Wahrnehmungsebenen überlagert und Zeitpunkte verwoben, die medialen Bilder mit neuen Bedeutungen versehen.

 


the 20 anonymous 2008

the 20 anonymous

Installationsansicht, Galerie K2, Sierning, OÖ, 2008

Acryllack auf PVC-Folie, 21 x 29,7 cm

 


anonymous 2007

anonymous, Installationsansicht, Atelier, 2007

Acryllack auf Leinwand, 45 x 250 cm I Nähgarn auf Papier, 29,7 x 21 cm I Atemschutzmaske

 


the 20 anonymous, 2007

Acryllack auf PVC-Folie auf verschiedenen Hintergründen, 21 x 29,7 cm

 


the 20 anonymous 2007

the 20 anonymous, 2007

Acryllack auf PVC-Folie, 21 x 29,7 cm

 

Zu Beginn des Projektes sammelte ich Portraitfotos, die im Zuge verschiedener Medienberichterstattungen über die große Tsunami-Katastrophe 2004 im Internet zu finden waren. Über das Herausnehmen von Farbe und Abstrahierung auf das Wesentliche entstanden zunächst 20 Portraitarbeiten mit Acryllack auf PVC Folie. Diese waren der Ausgangspunkt für weitere künstlerische Prozesse und kontextuelle Untersuchungen.