Narratives of urban space, 2018

Situation 21, C-print auf Dibond, 30 x 40 cm

80 Handlungen im urbanen Raum, Federzeichnungen auf Papier, japanische Bindung

In einem ersten Schritt recherchiere ich, welche Handlungen den urbanen Raum formen bzw. ob es Divergenzen zwischen Handeln und gebauten Raum gibt. Dazu bewege ich mich durch die inneren Bezirke genauso wie durch die Peripherie Wiens. Ich bediene mich zunächst der Technik der Situationisten. Dabei entsteht eine Serie von SW-Fotografien.

 

Unter den verschiedenen situationistischen Verfahren ist das Umherschweifen eine Technik des eiligen Durchquerens abwechslungsreicher Umgebungen. Das Konzept des Umherschweifens ist untrennbar verbunden mit der Erkundung von Wirkungen psychogeographischer Natur und der Behauptung eines konstruktiven Spielverhaltens. Das Umherschweifen ist eine Bewegungsart, die sich durch ihre Ziel- und Planlosigkeit, durch ihre Verachtung ausgetretener Pfade, ihren Verzicht auf alle bisherigen Bewegungs- und Handlungsmotive den funktionalisierten Zwang-Strukturen der Stadt entzieht, ja diese zweckentfremdet. Mit der Methode des Umherschweifens soll die Stadt als Erfahrungs- und Erlebnisraum ausgelotet und auf ihre Möglichkeiten zur Konstruktion von Situationen befragt werden. Sie dient zur Beschaffung von Material, das die Situationisten für ihre Kritik des bestehenden Urbanismus einsetzen. Die beim Umherschweifen gewonnenen Erkenntnisse schlagen sich nieder in psychogeographischen Landkarten. Durch das Umherschweifen wollen die Lettristen/Situationisten die Wahrheit des unmittelbaren Lebens ans Tageslicht bringen. (Juri Steiner)

 

In einem zweiten Schritt erfasse ich 80 Handlungen in einem zuvor definierten Teilgebiet des 6.Wiener Gemeindebezirks. Alle Handlungen werden mit einer Feder skizziert und zu einem Buch gebunden.